
Biogas spielt im Energiemix Deutschlands eine immer größere Rolle. Während es heute vorrangig zur Stromerzeugung genutzt wird, soll das Gas künftig verstärkt als Biomethan in die Erdgastransportnetze gespeist werden. Zuvor allerdings muss das Biogas gereinigt werden. Bilfinger EMS GmbH hat gemeinsam mit BASF, WINGAS und Wintershall ein neues Verfahren zur effizienten und kostengünstigen Aufbereitung des Rohgases entwickelt.
Das Abscheideverfahren in der Absorptionskolonne ist ein Waschverfahren, eine Chemiesorption. Dieses besteht zum einen aus der Absorption, dem rein physikalischen Lösen von Gasen in Flüssigkeit und zum anderen aus einer chemischen Reaktion mit dem PURATREATTM. Das PURATREATTM reagiert selektiv mit Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid aus dem Biogas und verschiebt damit in starkem Maße das Lösungsgleichgewicht der Gase hin zu einer verbesserten Absorption.
Biogasaufbereitungsanlagen bis 1.500 Nm³/h Rohbiogasdurchsatz werden teilweise als vorgefertigte Containeranlagen geliefert und montiert. Größere Anlagen werden in Edelstahlausführung als Freiluftanlage erstellt.
Die benötigte Prozesswärme kann extern erzeugt und als Heißdampf oder Heißwasser mit ca. 130°C zugeführt werden.
Biomethan ist ein Energieträger, der besonderes Interesse der Energieversorgung findet:
Die Nutzung von Biogas in herkömmlichen Biogasanlagen hat den Nachteil, dass es lediglich direkt in Blockheizkraftwerken verstromt wird und somit die Energie nicht bedarfsorientiert bereitgestellt werden kann. Aufgrund der meist ländlichen Lage der Biogasanlagen besteht des Weiteren selten ein sinnvolles Wärmenutzungskonzept, wodurch sich der Gesamtwirkungsgrad erheblich verschlechtert.
Durch Aufbereiten von Biogas zu Biomethan ist eine breitere Nutzung dieser Erneuerbaren Energie möglich. Durch Erreichen von Erdgasqualität lässt sich das Gas in die bestehenden Erdgasnetze einspeisen und an beliebigen Orten energetisch und wirtschaftlich sinnvoll nutzen.